Ergebnisse 2035 im direkten Vergleich
Szenario A – Habecks Heizungsgesetz
CO₂-Preis: 130 €/t
Emissionen: 350 Mio. t
EU-Ziel erreicht
ETS-Strafzahlungen: 0 Mrd. €
Pro-Kopf-Belastung: 0 €
Hoher CO₂-Preis, aber keine Strafzahlungen.
Das System finanziert sich intern über Lenkungswirkung.
Szenario B – Unter Merkel
CO₂-Preis: 90 €/t
Emissionen: 520 Mio. t
Zielverfehlung: deutlich
ETS-Kosten: 12,6 Mrd. € pro Jahr
Pro-Kopf-Belastung: ≈ 150 €
Formal niedriger CO₂-Preis, aber durch Zielverfehlung explodieren die Systemkosten.
Der ETS wirkt wie eine fiskalische Rückkopplungsschleife.
Szenario C – Reiche-Reformen
CO₂-Preis: 115 €/t
Emissionen: 430 Mio. t
Zielverfehlung: moderat
ETS-Kosten: 5,75 Mrd. €
Pro-Kopf-Belastung: ≈ 68 €
Die Beimischungspflicht reduziert Emissionen messbar.
Aber sie verhindert keine Zielverfehlung.
Deutschland kauft sich teilweise frei.
Systemische Interpretation
Die eigentliche Überraschung liegt nicht im CO₂-Preis, sondern im ETS-Mechanismus:
Wenn nationale Emissionen über dem EU-Ziel liegen, wird das kein politisches Problem, sondern ein bilanzwirksamer Kostenposten.
Diese Kosten landen mittelbar wieder bei Haushalten und Unternehmen.
Der Emissionshandel wirkt wie ein unsichtbarer Thermostat, der Reformverzögerung finanziell ausgleicht.
Man könnte sagen:
Der ETS ist die stille Buchhaltung der Klimapolitik.
Was diese Modellrechnung nicht berücksichtigt (aber relevant wäre)
Rückverteilung der CO₂-Einnahmen als Klimageld
Technologische Sprünge (Speicher, Wasserstoffpreise)
Nachfrageänderungen durch Effizienz
Globale CO₂-Preisentwicklung
Industrieabwanderung oder Carbon Leakage